Neuanfang

In diesem Beitrag möchte ich über unseren Neuanfang erzählen, wie wie es dazu gekommen ist, welche Überlegungen wir hatten und warum wir uns so entschieden haben. 

Das Ende eines Kapitels

Es war der 8.10.2019 als sich ein großartiges Kapitel im Buch unseres Lebens für immer schloss. An diesem Tag tat unser Multichampion Bonaparte von Eigen-Brodt seinen letzten Atemzug. Er wurde stolze 15,5 Jahre alt, war top fit bis ins hohe Alter und als souveräner Chef unseres Rudels der Vermittler zwischen Mensch und Hund. Er war ein Teamplayer und Seelengefährte. Uns war bewusst, dass keiner der anderen Hunde seinen Platz einnehmen konnte, da sie selbst alt und teilweise schwer krank waren. Es war also die Zeit gekommen dieses Kapitel für immer zu schließen, um ein Neues beginnen zu können.

Wir standen nun vor der Frage, wie sich jeder von uns das neue Kapitel vorstellt. Wollen wir weitermachen und wenn ja wie? Was möchten wir erreichen? Wo finden wir den richtigen Hund, der dafür geeignet ist, etwas Neues aufzubauen? Wie finden wir den richtigen Weg, um unser Ziel erreichen zu können?

Viele intensive und lange Gespräche wurden geführt, im Internet Informationen eingeholt und recherchiert und überlegt wie wir unsere Vorstellungen vereinen können. Wir haben uns mit anderen Züchtern unterhalten, sie in unsere Gedankenwelt eingeweiht, ihre Meinungen angehört und diese in unsere Überlegungen mit einbezogen. Schlussendlich ist eine Entscheidung gefallen. Zu unseren Australian Silky Terriern wird eine Irish Terrier Hündin bei uns einziehen. Mit ihr wollen wir den Neuanfang wagen und neue Wege beschreiten. Es blieb dann nur noch die Frage aus welchem Zwinger der Nachwuchs kommen sollte. Wir waren und schnell darüber einig, dass nur zwei Zuchtstätten in Frage kommen, da wir die Züchter bereits seit vielen Jahren kennen wussten, dass diese Zwinger alle unsere Kriterien erfüllen. 

Unsere Kriterien als Welpenkäufer

In diesem Fall sind wir in erster Linie Welpenkäufer und wie jeder andere Welpenkäufer auch, haben wir Kriterien und Vorstellungen, die ein Züchter mit sich bringen muss. In zweiter Linie beziehen sich unsere Kriterien auf die Sicht des Züchters und Ausstellers, denn das sind die Feinheiten, die die Entscheidung für uns erschweren.

Der wichtigste Punkt, wenn man sich einen Welpen kaufen möchte, sollte der gesundheitliche Aspekt sein. Natürlich gibt es Krankheiten, wie z.B. Krebs oder Herzfehler, vor denen auch ein Rassehund nicht gefeit ist. Genetische und rassespezifische Krankheiten können allerdings minimiert werden, indem der Züchter verantwortungsvoll handelt und nur mit ausgewählten Hunden züchtet. Leider gibt es zu viele die sich, als Züchter bezeichnen, in der Realität aber Welpen produzieren und verkaufen. Sie schauen weniger auf die vererbbaren Eigenschaften der einzelnen Hunde, als darauf, dass die Hunde nicht miteinander verwandt sind. Vielen ist der Unterschied zwischen Inzucht/Linienzucht und Inzest nicht bekannt. In der Regel haben diese Züchter extrem viele Hunde und auch mehr als zwei Rassen. Ein seriöser Züchter, der züchten als Berufung sieht, hält seine Zucht klein. Das heißt, er hat selten mehr als zehn Hunde in unterschiedlichem Alter, weil er seine alten Hunde, die nicht mehr zur Zucht zugelassen sind, aussortiert und verkauft. Er hat nicht mehr als zwei Würfe im Jahr und lässt eine Hündin nicht öfter als dreimal, in ihrer zuchtfähigen Zeit, werfen. Einer Hündin, die geworfen hat, gönnt er eine Auszeit, um sich von den Strapazen der Trage- und Säugezeit zu erholen. Das Ausstellen der anderen Hunde sollte in den ersten acht Wochen der Welpen ein Tabu sein. Die Gefahr, dass man sich einen Infekt einfängt, der auf die Welpen übertragen werden könnte, ist zu groß. Auch sollte der Kontakt zu fremden Personen vor der Erstimpfung vermieden werden. Die Infektionsgefahr, die für die Welpen tödlich enden kann, ist auch hier zu groß.

Zur Gesundheit eines Welpen gehören auch das Impfen und entwurmen. Beides sollte vom Züchter nachweisbar sein. Beim Termin der Erstimpfung wird in der Regel ein Chip an der linken Schulter unter die Haut gesetzt, mit dessen Code jeder Hund eindeutig identifiziert werden kann. Dieser Code wird im europäischen Impfpass, der eine blaue Farbe hat, in Form eines Aufklebers eingetragen. Somit hat der Hund eine Art Personalausweis, mit dem er innerhalb der EU problemlos reisen darf, sofern alle nötigen Impfungen, vor allem die Tollwutimpfung, eingetragen sind.

Bei der Auswahl eines Züchters ist es wichtig, darauf zu achten, dass er — auch mir als Züchter — zu jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite steht. Egal ob es sich dabei um Lappalien oder ernsthafte Fragen zur Zucht und züchten handelt. Ein Züchter, der mit Herz seiner Berufung nachgeht, hilft auch in Situationen der Wiedervermittlung eines Hundes, falls sich die Lebenssituation dahingehend geändert haben sollte, die das nötig machen. Im Moment der Zeugung der Welpen geht ein seriöser Züchter eine Verbindung ein, die sich über ungefähr fünfzehn Jahre hinweg zieht. Auch nach dem Verlassen der Zuchtstätte ist ein Züchter für seinen Nachwuchs da. 

Unsere Kriterien als Züchter und Aussteller

Neben dem EU-Impfpass erhält der Welpenkäufer eine Ahnentafel oder Zuchttafel, die im Volksmund als Papiere bezeichnet wird. Sie wird vom Rassenklub, in dem der Welpe registriert ist, ausgestellt. Für Menschen, die weder züchten noch ausstellen möchten, ist die Ahnentafel eher uninteressant. Für die anderen dagegen haben sie eine große Bedeutung und beinhalten viele wichtige Informationen. Außer dem Namen des Hundes, Züchters und Zwingers kann man hier die Ahnen bis in die 4. Generation zurückverfolgen. Das sind wichtige Informationen über das Erbgut, das dieser Welpe in sich trägt.

Für jede Rasse, die von der FCI anerkannt wurde, gibt es einen Rassestandard, der genau beschreibt, wie der Hund aussehen soll, wenn er ausgewachsen ist. Jedes Detail ist genau beschrieben und das Ziel eines Züchters sollte es sein, diesem Standard so nah wie möglich zu kommen. Und genau hier liegen die feinen Details die es einem Züchter schwer machen, den richtigen Welpen zu finden. Bei vielen Rassen, wie z. B. dem Australian Silky Terrier, kommt erschwerend dazu, dass die Welpen komplett anders aussehen als ein erwachsener Hund dieser Rasse. Niemand kann vorhersagen, wie der Hund sich entwickeln wird.

Zum Ausstellen ist es von Vorteil, wenn der Hund sich gerne zeigt, wenn er erhobenen Hauptes und stolz wie Bolle durchs Leben geht. Nicht jedem Hund gefällt es, von fremden Menschen angefasst zu werden, was in diesem Fall ungeeignet wäre, denn trainieren kann man das nur bedingt. Ein Hund, der nicht möchte, möchte nicht und das sollte der Mensch respektieren. 

Die Weichen sind gestellt

Viele werden sich die Frage stellen, warum wir die Rasse gewechselt haben. Der Grund ist ganz einfach erklärt: Wer mein Buch Hundisch: Mit Hunden kommunizieren gelesen hat, weiß dass ich mit großen Hunden aufgewachsen bin. Bei großen Hunden rede ich von einem Collie und einem Deutschen Schäferhund. Danach hatten wir einen Mischling, der ungefähr die Größe eines Irish Terriers hatte. Diese Größe empfand ich für mich immer für angenehm und deshalb ging es nun back to the roots. 

Der Anfang vom Neuanfang ist nun gemacht. Wie es weiter geht und ob sich unsere Vorstellungen realisieren lassen, wird die Zeit zeigen.

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