Hilfe, mein Hund ist eifersüchtig

Australian Silky Terrier (c) Iris Eigenbrodt

In diesem Beitrag möchte ich auf die Eifersucht von Hunden eingehen und erklären, wie man sie richtig interpretiert und dementsprechend dann auch richtig darauf eingeht. 

Im Leben sind wir ständigen Veränderungen ausgesetzt. Menschen und Hunde kommen, Menschen und Hunde gehen. Egal ob man selbst oder die Kinder neue Partner oder einfach nur neue Freunde haben, ob ein zweiter Hund in die Familie dazu oder einfach nur ein Urlaubsgast ins Haus kommt. Oft wird das Verhalten des anwesenden Hundes als Eifersucht interpretiert. Aber ist das wirklich so? Ich sage: Nein, ein Hund kennt keine Eifersucht. Warum? Das möchte ich erklären.

Was ist Eifersucht?

Zuerst möchte ich einmal klären, was Eifersucht genau ist. Im Lexikon fand ich dazu folgende Erklärung: „Es handelt sich hierbei um eine starke, übersteigerte Furcht, jemandes Liebe und Zuneigung mit einem oder mehreren anderen teilen zu müssen oder an andere zu verlieren.“ 

Genau genommen handelt es sich um Erfahrungen und Emotionen, die Menschen auf die ein oder andere Art kennengelernt und erfahren haben. Daraus entsteht eine Angst, die das Ego einschaltet, um den Menschen vor zukünftigen seelischen Verletzungen zu schützen. Das Ego verdrängt die natürliche, menschliche Angst. Niemand darf die eigene Angst erkennen können, denn Angst ist ein Zeichen von Schwäche und Schwäche macht verletzlich und angreifbar. Also etwas, das andere schamlos ausnutzen und zu ihrem Vorteil nutzen könnten. Das war vielleicht in der Vergangenheit der Menschheit wichtig, um überleben zu können, aber in der heutigen Zeit völlig überflüssig. Der heutige Mensch muss lernen zu vertrauen. Vor allem in sich selbst und die eigenen Stärken und Fähigkeiten, denn nur das zeigt wahre Größe.

Nun haben wir also das Ego, das dafür verantwortlich ist, Ängste zu verdrängen, sich selbst stärker darzustellen und evtl. auch selbst wahrzunehmen. Das Ego setzt Blockaden, die das Herz berühren oder besser gesagt vor seelischen Schmerzen schützen. Teilweise werden dem Menschen diese Blockaden anerzogen. Die Ahnen, die diese Erfahrungen bereits gemacht haben, möchten ihre Nachkommen davor schützen. Dabei fällt mir gerade die Angst vor Wölfen ein, die noch immer in den Köpfen der Menschen steckt, obwohl sie selbst keine Erfahrungen damit gemacht haben. Diese Ängste sind durchaus nachvollziehbar, doch entsprechen sie nicht dem Grund des menschlichen und tierischen Daseins.

Die Frage nach dem „warum bin ich hier?“ wird sich wohl jeder schon einmal gestellt haben. Die Antwort darauf ist ganz einfach: Liebe. Jetzt sehe ich viele Fragezeichen über Deinem Kopf. Was hat Liebe mit unserem Dasein zu tun? Ich möchte es gerne erklären. Liebe ist unsere Natur, die Essenz allen Lebens auf diesem Planeten, wobei die Erde selbst Teil dieser Liebe ist. Liebe ist das, was uns alle ausmacht und verbindet. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht warum Du an verstorbene Menschen oder Tiere, die den Weg Deines Lebens ein Stück weit begleitet haben, denkst? Weil Du sie geliebt hast und noch immer tust, so wie sie Dich geliebt haben und auch immer noch tun. Diese Liebe besteht ewig. Liebe ist rein und unvergänglich, nutzt sich nicht ab und verbraucht sich nicht. Sie ist eine Kraft die wächst, wenn sie geteilt wird. 

So, nun aber zurück zur Eifersucht

Wenn man sich nun dieser Liebe, die uns alle umgibt, bewusst wird, versteht man die Angst, die entsteht, diese Liebe verlieren zu können. Man versteht das Ego, warum es so handelt wie es handelt. Es ist das, was dem Menschen anerzogen wurde. So mancher hat es durch eigene Erfahrung gelernt und sein Ego wurde bestätigt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Liebe zwischen zwei Menschen oder zwischen Mensch und Hund besteht. Der Mensch hat einfach Angst die Liebe seines Hundes zu verlieren und ist, aufgrund seines Gelernten, davon überzeugt, dass der Hund genauso empfindet. Also ist der Hund eifersüchtig, sobald ein neues Mitglied in die Familie kommt. Klingt alles logisch, nur jetzt kommt ein ganz großes

ABER...

Das Ego eines Hundes ist bei Weitem nicht so stark ausgeprägt, wie das des Menschen. Es wird lediglich dazu gebraucht, erlernte Erfahrungen umzusetzen. Diese entwickeln sich vor allem im ersten halben Jahr nach der Geburt und beziehen sich rein auf der psychischen Ebene. Emotionen sind davon ausgeschlossen. Seine Blockaden und Ängste basieren auf dem Umgang mit Artgenossen und anderen Lebewesen und nicht auf Empfindungen wie Liebe und Eifersucht. Deshalb kann auch ein von Menschen misshandelter Hund Liebe geben und macht nicht andere Menschen für das Fehlverhalten anderer verantwortlich. Ein Hund ist nicht nachtragend, weil ihm das Ego dafür fehlt.

Ich kenne auch die Situation, in der zwei Menschen miteinander kuscheln und der Hund dazu kommt. Diese Situation wird in der Regel als Eifersucht interpretiert, weil der Mensch denkt, der Hund hätte das Gefühl, zu kurz zu kommen. Das was der Mensch als Eifersucht interpretiert, kommt aus seiner eigenen menschlichen Erfahrung, die er auf den Hund projiziert. Ein Hund lebt die reine Liebe, die er und auch der Mensch ist, im Moment. Ihm geht es ausschließlich darum Liebe zu geben und zu bekommen. Es gibt keine Aggression in diesem Moment, außer sie wurde dem Hund durch Fehlinterpretation und dadurch Fehlverhalten des Menschen anerzogen. Um das zu vermeiden, muss sich der Mensch an seinen Ursprung erinnern. Dazu öffnet man sein Herz und lernt Gefühle und Ängste zuzulassen, Ängste zu überwinden, und lernt vor allem zu vertrauen. Genauso wie es uns unsere Hunde vorleben.

Um nun in diesem Moment richtig zu reagieren und keine Aggression zu provozieren, nimmt man sich dem Hund für eine kurze Zeit an und schickt ihn dann freundlich aber bestimmt auf seinen Platz. Jeder Hund wird es akzeptieren und die Entscheidung seines Menschen respektieren. 

Merke: Die Aggressionen die ein Hund zeigt, spiegeln nur die Aggressionen seines Menschen wider.

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